Archiv für die Kategorie 'Marktdaten'

von Dirk Lewandowski & Christian Maaß

Mit Frage-Antwort-Diensten – wie z. B. Yahoo Clever oder LycosIQ – ist eine Ergänzung oder sogar eine Konkurrenz zu den bisherigen Ansätzen in der Web-Suche entstanden. Während Google und Co. automatisch generierte Trefferlisten bieten, binden Frage-Antwort-Dienste die Anwender als Fragesteller und Antwortgeber in die Suche ein. Insofern handelt es sich bei diesen Diensten um eine Art „menschliche Suchmaschine“, bei der die Suchanfragen von Anwendern und nicht durch einen Suchmaschinenroboter beantwortet werden. Der Fragesteller erhält dabei direkte Antworten und muss nicht die häufig langen und unübersichtlichen Suchergebnislisten durchsuchen, so die Vision.

Die hier skizzierte Vision führt unmittelbar zu der Frage, inwieweit solche Suchdienste in der Praxis tatsächlich mit traditionellen Suchmaschinen konkurrieren oder diese qualitativ ergänzen können. Der vorliegende Band beleuchtet die hier aufgeworfene Fragestellung aus verschiedenen Perspektiven, um auf die Bedeutung von Frage-Antwort-Diensten zu schließen.

Das Buch kann direkt beim Verlag oder über den Buchhandel bezogen werden. Alternativ stehen das Buch und die einzelnen Artikel an dieser Stelle zum kostenlosen Download zur Verfügung; eine kompakte Zusammenfassung ausgewählter Ergebnisse wurde im Rahmen eines Fachbeitrags in der Zeitschrift “Information - Wissenschaft und Praxis” veröffentlicht, der hier ebenfalls zum Download zur Verfügung steht:

von Christian Maaß, Andre Skusa, Andreas Heß und Gotthard Pietsch

SuchmaschinenmarktMit dem exponentiellen Wachstum des Internets sind Suchmaschinen wie Google und Yahoo zu den meistgenutzten Internetanwendungen avanciert, die etwa 90 Prozent der Internetnutzer in Deutschland regelmäßig zu Recherchezwecken nutzen (vgl. auch AGOF 2008). Insbesondere im Vorfeld von Kaufentscheidungen spielen sie – sowohl für Unternehmen als auch Privathaushalte – eine immer wichtigere Rolle, um gezielt nach bestimmten Produkten und/oder Dienstleistungen zu recherchieren (vgl. Maaß/Scherm 2007). Zur Befriedigung ihrer Informationsbedürfnisse können die Anwender grundsätzlich auf verschiedene Suchmaschinen zurückgreifen; allein für den deutschsprachigen Raum sind weit über hundert verschiedene Suchmaschinen verfüg-bar (vgl. für einen Überblick z. B. www.mysuche.de).

Mit Blick auf die Praxis muss jedoch ein Oligopol algorithmenbasierter Suchmaschinen – bestehend aus Google, Yahoo und MSN – konstatiert werden, dass den weltweiten Markt dominiert und dessen Vormachtstellung man in der Öffentlichkeit bereits seit geraumer Zeit kritisiert. Teilweise wird in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass aufgrund dieser Marktkonstellation eine Gefahr für die Informationsvielfalt und -auswahl im Internet besteht, die nahezu durch eine Handvoll Unternehmen mit kommerziellen Interessen beeinflusst wird (vgl. hierzu auch Gasser/Thurman 2007). Zu ähnlichen Äußerungen kommt es seitens der Bundesregierung (vgl. Die Grünen 2005, 2006), die bereits seit längerer Zeit auf die Monopolisierungstendenzen im Suchmaschinenmarkt hinweist und sich für ein größeres Angebot alternativer Suchdienste ausspricht. Grundsätzlich kann man in jüngerer Zeit auch beobachten, dass in zunehmenden Maße Suchmaschinen mit alternativen Suchansätzen in den Markt treten. Exemplarisch hierfür seien die vom Wikipedia-Gründer Jimmy Wales gegründete Suchmaschine Wikia (vgl. www.wikia.com) oder die zahlreichen sozialen Suchdienste genannt, bei denen die Anwender in die Generierung des Indexes bzw. der Suchergebnisse einbezogen werden (vgl. hierzu z. B. Gräfe/Maaß 2008). Immer häufiger wird auch über die Bedeutung der Suche mit mobilen Endgeräten debattiert, in der man einen großen Wachstumsmarkt sieht. In Anbetracht dieser Entwicklungstendenzen drängen sich unweigerlich verschiedene Fragen auf, die mit der Wettbewerbssituation auf dem Suchmaschinenmarkt zusammenhängen:

  • Welche alternativen Suchansätze gibt es?
  • Welche Marktchancen haben Suchmaschinen mit neuen Suchansätzen?
  • Inwieweit ist die Marktposition algorithmenbasierter Suchmaschinen gegenwärtig angreifbar?

Im weiteren Verlauf dieses Beitrags werden diese Fragen ausführlicher diskutiert. Zu diesem Zweck gilt es zunächst die Entwicklung und wirtschaftliche Bedeutung des Suchmaschinenmarktes aufzuarbeiten. Sodann erfolgt auf Basis einer industrieökonomischen Perspektive die Auseinandersetzung mit den hier skizzierten Fragestellungen. Ein Fazit fasst die erarbeiteten Ergebnisse zusammen.

Der Beitrag wird in ähnlicher Form im “Handbuch Suchmaschinen” erscheinen, das von Prof. Dr. Dirk Lewandowski herausgegeben wird und im Sommer/Herbst erscheint.

Download: Der Markt für Internet-Suchmaschinen (First Draft!)

Über die letzten Jahre hinweg hat das Internet einen immer höheren Stellenwert im Leben der breiten Bevölkerung erlangt. So nutzt ein Bundesbürger im Durchschnitt etwa 10 bis 11 Stunden pro Woche das Internet und bereits im Jahr 2010 wird mit durchschnittlich 15 Online-Stunden pro Woche gerechnet (vgl. EIAA 2007, S. 3). Aufgrund dieser rasanten Entwicklung erstaunt es kaum, dass Entscheidungsträger im Unternehmen stets auf aktuelle Marktstudien angewiesen sind, um den Markt besser einschätzen zu können. Im Folgenden wird daher ein Überblick gegeben, auf welchen Seiten der interessierte Leser zum Großteil kostenlos auf aktuelle Marktstudien zugreifen kann.

  • www.agof.de: Die „Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung (AGOF) veröffentlicht vierteljährlich Daten zur Reichweite der größten Vermarkter in Deutschland, Strukturdaten von Websites sowie Kerndaten zur Internetnutzung und zum E-Commerce in Deutschland. Weiterhin werden hier auch Sonderberichte zu diversen Themen und deren Vermarktungspotenzial veröffentlicht.
  • www.bvdw.org: In der Rubrik Marktzahlen des „Bundesverband Digitale Wirtschaft“ können diverse Studien über die Kernbereiche der digitalen Wirtschaft abgerufen werden.
  • www.ecc-handel.de: Auf der Seite „E-Commerce-Center Handel werden Informationen und Hinweise zu neuen E-Commerce-Studie veröffentlicht.
  • www.eiaa.net: Die „European Interactive Advertising Association“ veröffentlicht regelmäßig Studien hinsichtlich der Online-Vermarktungschancen.
  • Microsoft Digital Advertising Solutions: Aus dieser Seiten findet man einen Überblick zu verschiedenen Marktstudien im Bereich E-Business.
  • OVK: Der Onlinevermarkterkreis veröffentlicht Studien über Werbeformen-Standards, Marktstudien sowie die wichtigsten Zahlen zum Online-Werbemarkt.
  • Dei Vereinten Nationen ermöglichen seit Anfang 2008 die Nutzung ihres Datenbestandes, der plakativ formuliert Daten über die ganze Welt umfasst.
  • Die Studiendatenbank von Werbung und  Verkaufen verlingt auf zahlreiche aktuelle Marktstudien zu diversen Themen.