Archiv für das Tag 'Google'

von Christian Maaß, Andre Skusa, Andreas Heß und Gotthard Pietsch

SuchmaschinenmarktMit dem exponentiellen Wachstum des Internets sind Suchmaschinen wie Google und Yahoo zu den meistgenutzten Internetanwendungen avanciert, die etwa 90 Prozent der Internetnutzer in Deutschland regelmäßig zu Recherchezwecken nutzen (vgl. auch AGOF 2008). Insbesondere im Vorfeld von Kaufentscheidungen spielen sie – sowohl für Unternehmen als auch Privathaushalte – eine immer wichtigere Rolle, um gezielt nach bestimmten Produkten und/oder Dienstleistungen zu recherchieren (vgl. Maaß/Scherm 2007). Zur Befriedigung ihrer Informationsbedürfnisse können die Anwender grundsätzlich auf verschiedene Suchmaschinen zurückgreifen; allein für den deutschsprachigen Raum sind weit über hundert verschiedene Suchmaschinen verfüg-bar (vgl. für einen Überblick z. B. www.mysuche.de).

Mit Blick auf die Praxis muss jedoch ein Oligopol algorithmenbasierter Suchmaschinen – bestehend aus Google, Yahoo und MSN – konstatiert werden, dass den weltweiten Markt dominiert und dessen Vormachtstellung man in der Öffentlichkeit bereits seit geraumer Zeit kritisiert. Teilweise wird in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass aufgrund dieser Marktkonstellation eine Gefahr für die Informationsvielfalt und -auswahl im Internet besteht, die nahezu durch eine Handvoll Unternehmen mit kommerziellen Interessen beeinflusst wird (vgl. hierzu auch Gasser/Thurman 2007). Zu ähnlichen Äußerungen kommt es seitens der Bundesregierung (vgl. Die Grünen 2005, 2006), die bereits seit längerer Zeit auf die Monopolisierungstendenzen im Suchmaschinenmarkt hinweist und sich für ein größeres Angebot alternativer Suchdienste ausspricht. Grundsätzlich kann man in jüngerer Zeit auch beobachten, dass in zunehmenden Maße Suchmaschinen mit alternativen Suchansätzen in den Markt treten. Exemplarisch hierfür seien die vom Wikipedia-Gründer Jimmy Wales gegründete Suchmaschine Wikia (vgl. www.wikia.com) oder die zahlreichen sozialen Suchdienste genannt, bei denen die Anwender in die Generierung des Indexes bzw. der Suchergebnisse einbezogen werden (vgl. hierzu z. B. Gräfe/Maaß 2008). Immer häufiger wird auch über die Bedeutung der Suche mit mobilen Endgeräten debattiert, in der man einen großen Wachstumsmarkt sieht. In Anbetracht dieser Entwicklungstendenzen drängen sich unweigerlich verschiedene Fragen auf, die mit der Wettbewerbssituation auf dem Suchmaschinenmarkt zusammenhängen:

  • Welche alternativen Suchansätze gibt es?
  • Welche Marktchancen haben Suchmaschinen mit neuen Suchansätzen?
  • Inwieweit ist die Marktposition algorithmenbasierter Suchmaschinen gegenwärtig angreifbar?

Im weiteren Verlauf dieses Beitrags werden diese Fragen ausführlicher diskutiert. Zu diesem Zweck gilt es zunächst die Entwicklung und wirtschaftliche Bedeutung des Suchmaschinenmarktes aufzuarbeiten. Sodann erfolgt auf Basis einer industrieökonomischen Perspektive die Auseinandersetzung mit den hier skizzierten Fragestellungen. Ein Fazit fasst die erarbeiteten Ergebnisse zusammen.

Der Beitrag wird in ähnlicher Form im “Handbuch Suchmaschinen” erscheinen, das von Prof. Dr. Dirk Lewandowski herausgegeben wird und im Sommer/Herbst erscheint.

Download: Der Markt für Internet-Suchmaschinen (First Draft!)

hawIn jüngerer Zeit kann man beobachten, dass im zunehmenden Maße Suchmaschinen mit alternativen Suchansätzen in den Markt treten. Eine besondere Rolle spielen dabei die so genannten sozialen Suchdienste, die in verschiedenen Ausprägungsformen existieren und bei denen die Anwender – im Gegensatz zu Suchmaschinen wie Google, Yahoo oder Ask – in die Generierung des Indexes einbezogen werden. Bislang steht die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit solchen Suchdiensten jedoch noch am Anfang. Im Rahmen eines Projektes mit Prof. Dr. Dirk Lewandowski haben wir im Wintersemester 2007/2008 daher ein Seminar zum Thema „Soziale Suchdienste“ durchgeführt. Dabei ging es unter anderem darum, die Trefferrelevanz von algorithmenbasierten Suchmaschinen mit sozialen Bookmarksystemen und Frage-Antwort-Diensten zu vergleichen. An dieser Stelle möchte ich in Kurzform einen Teil der Ergebnisse vorstellen, die in wenigen Wochen ausführlicher als Herausgeberband erscheinen; die unten skizzierten Ergebnisse entstammen der Seminararbeit von Olga Gammer, Heidi Meißner, Magdalena Preckel und Robert Oehlert.

Um eine Antwort darauf zu finden, inwieweit soziale Suchdienste mit Google & Co. konkurrieren können, wurde ein Relevanztest mit den folgenden drei Suchdiensttypen durchgeführt:

  • Bei den algorithmenbasierten Suchmaschinen wurden Google, Yahoo und MSN gewählt, bei denen es sich um die drei größten Suchmaschinen mit einem eigenen Index handelt.
  • Mit Mister Wong und del.icio.us wurden das bekannteste deutschsprachige und englischsprachige soziale Bookmarksystem in die Untersuchung mit aufgenommen.
  • Schließlich wurden auch die Frage-Antwort-Dienste LycosIQ und Yahoo Clever in die Auswertung einbezogen, die ebenfalls als eine Ausprägung sozialer Suchdienste anzusehen sind.

An jeder der hier genannten Suchdienste wurden über 50 Suchanfragen gestellt, deren Ergebnisse einer Gruppe von Juroren anonymisiert vorgelegt wurde. Den Juroren war somit weder der Rank der Suchergebnisse noch die zu evaluierende Suchmaschine bekannt. Unter anderem wurden dabei die

  • Precision der Suchergebnisse,
  • Verständlichkeit der Suchergebnisse und
  • Vertrauenswürdigkeit der Suchergebnisse bewertet.

Die Precision bezieht sich auf den prozentualen Anteil der relevanten Treffer im Vergleich zur Gesamtzahl der gefundenen Treffer. Dabei stellte sich heraus, dass Google mit einer Precision von 46 Prozent am besten abschnitt (vgl. Abb. 1). Im Vergleich zu MSN liefert Google etwa 15 Prozent mehr relevante Treffer. Vergleicht man die algorithmischen Suchmaschinen mit den Social-Bookmarking- und Frage-Antwort-Diensten, erzielen letztgenannte deutlich mehr relevante Ergebnisse. Das insgesamt schlechte Abschneiden der Bookmarksysteme wurde vor allem darauf zurückgeführt, dass sie sehr viele tote Treffer aufweisen und offenbar Probleme haben, ihren Index auf einem aktuellen Stand zu halten.

Precision

Abb. 1: Precision der Suchergebnisse

Auch im Hinblick auf die Verständlichkeit der Suchergebnisse, wiesen die Bookmarksysteme den größten Anteil unverständlicher Treffer auf. Besonders auffällig war dabei, dass die Juroren bei del.icio.us 25 Prozent aller Treffer als unverständlich bewerteten (vgl. Abb. 2).

Verständlichkeit

Abb. 2: Verständlichkeit der Suchergebnisse

Weiterhin wurde überprüft, inwieweit die Suchergebnisse als vertrauenswürdig wahrgenommen wurden. Auch bei diesem Kriterium schnitten Google & Co. eindeutig besser als soziale Bookmarksysteme ab (vgl. Abb. 3).

Vertrauen

Abb. 3: Vertrauenswürdigkeit der Suchergebnisse

Aus den an dieser Stelle nur knapp skizzierten Ergebnissen geht hervor, dass soziale Suchdienste zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht mit algorithmenbasierten Suchmaschinen konkurrieren können. Dem ist aber auch hinzuzufügen, dass soziale Bookmarkdienste zur Verwaltung privater Linksammlungen und nicht als Suchdienst konzipiert wurden.

Nachtrag (20.03.2008): Die vollständigen und ausführlichen Ergebnisse dieses studentischen Projektes werden Mitte 2008 sowohl als Herausgeberband als auch als kostenloses PDF veröffentlicht. Die PDF-Datei wird auf der Seite von Prof. Dr. Dirk Lewandowski und auf dieser Seite veröffentlicht.

von Christian Maaß, Gernot Gräfe und Andreas Heß

sabreMit dem exponentiellen Wachstum des Internet sind Suchmaschinen wie Google und Yahoo zu den meistgenutzten Internetanwendungen avanciert, die etwa 90 Prozent der Internetnutzer in Deutschland regelmäßig zu Recherchezwecken nutzen (vgl. auch AGOF 2007). Insbesondere im Vorfeld von Kaufentscheidungen spielen sie – sowohl für Unternehmen als auch Privathaushalte – eine immer wichtigere Rolle, um gezielt nach bestimmten Produkten und/oder Dienstleistungen zu recherchieren (vgl. Maaß 2008). Zur Befriedigung ihrer Informationsbedürfnisse können die Anwender grundsätzlich auf verschiedene Suchmaschinen zurückgreifen; alleine auf der Internetseite „Suchfibel“ sind mehr als 600 verschiedene Suchmaschinen aufgelistet (vgl. www.suchfibel.de). Mit Blick auf die Praxis muss jedoch ein Oligopol algorithmenbasierter Suchmaschinen – bestehend aus Google, Yahoo und MSN – konstatiert werden, dass den weltweiten Markt dominiert.

Die Vormachstellung von Google und Co. wird in der Öffentlichkeit bereits seit geraumer Zeit kritisiert. Teilweise sieht darin z. B. eine Gefahr im Hinblick auf die Informationsvielfalt und -auswahl im Internet, die faktisch durch eine Handvoll Unternehmen mit kommerziellen Interessen beeinflusst wird. Zu ähnlichen Äußerungen kommt es seitens der Bundesregierung, die bereites seit längerer Zeit auf die Monopolisierungstendenzen im Suchmaschinenmarkt hinweist und sich für ein größeres Angebot alternativer Suchdienste ausspricht (vgl. 2006). Es erstaunt daher kaum, dass immer häufiger die Frage gestellt wird, inwieweit alternative Suchdienste in qualitativer Hinsicht mit algorithmenbasierten Suchmaschinen konkurrieren und zu einer Verbesserung der Internetsuche beitragen können (vgl. Neymanns 2005).

Vor diesem Hintergrund ist in der Wirtschaftspresse häufig von so genannten soziale Bookmarksystemen die Rede, bei denen Webseiten nicht von einem Suchmaschinenroboter, sondern von teilweise mehreren tausend Menschen gemeinschaftlich indiziert und bereits als Alternative zu Google & Co. angesehen werden. „Allerdings ist es erstaunlich, dass [...] nur wenige Untersuchungen zur Qualität von Suchmaschinen vorliegen, sowohl international als auch (besonders eklatant) im deutschsprachigen Raum“ (Lewandowski 2007, S. 244-245). In einem in Zusammenarbeit mit Gernot Gräfe und Andreas Heß entstandenen Beitrag erarbeiten wir daher sieben Hypothesen zur zukünftigen Bedeutung sozialer Bookmarksysteme im Bereich der Internetsuche, um eine konzeptionelle Grundlage für weitere Studien in diesem Kontext zu legen. Der hier angehängte Beitrag wurde auf der SABRE-Konferenz 2007 in der Rubrik “Social Semantic Web” präsentiert.

Download: Alternative Suchdienste: Sieben Thesen zur zukünftigen Bedeutung des Social Bookmarking

 

Literatur

Die Grünen (2006): Google verleibt sich YouTube ein – und wird noch mächtiger, Onlinedokument 2006.

Lewandowski, D. (2007): Mit welchen Kennzahlen lässt sich die Qualität von Suchmaschinen messen? In: Machill, M.; Beiler, M. (Hrsg.): Die Macht der Suchmaschinen, Köln, 2007, S. 243-258.

Maaß, C.: E-Business Management – Gestaltung von Geschäftsmodellen in der vernetzten Wirtschaft, Stuttgart, 2008.

Neymanns, H. (2005): Suchmaschinen: Das Tor zum Netz, Bundestagsfraktion der Grünen, Berlin, Onlinedokument 2005.

Christian

Suchbefehle für Google

Empirische Studien weisen darauf hin, dass die meisten Suchanfragen bei Google & Co. im Durchschnitt aus lediglich ein bis zwei Suchwörtern bestehen. Weiterführende Parameter oder Suchoptionen werden nur in den seltensten Fällen genutzt. In der Regel sind viele Suchbefehle sogar vollkommen unbekannt. Dies gilt z. B. für Suchanfragen, um nach MP3-Dateien, Aktienkursen oder bestimmten Dokumenten zu recherchieren. In diesem Beitrag sollen daher ausgewählte Suchbefehlte vorgestellt werden, um Suchanfragen präziser formulieren zu können.

Einfache Suchbefehle:
Um Google bestmöglich nutzen zu können, reichen oftmals schon einfache Suchbefehle aus, um Suchanfragen zu präzisieren.

  • Suchwort A +Suchwort B: Das Wort hinter dem „+“ muss in den Suchergebnissen auftauchen.
  • Suchwort A -Suchwort B: Das Wort hinter dem „-“ darf nicht in den Suchergebnissen vorkommen. Anders formuliert wird nur nach dem Suchwort A, nicht jedoch nach Suchwort B gesucht.
  • „Suchwort A Suchwort B“: Es werden nur Suchergebnisse angezeigt, bei denen die Suchwörter zwischen den Anführungszeichen in exakter Reihenfolge aufgelistet werden.
  • *bahn: Bei dieser Suchanfrage fungiert der Stern fungiert als Platzhalter. In den Suchergebnissen führt Google alle Ergebnisse auf, die auf „bahn“ enden, wie z. B. Autobahn, Eisenbahn, etc.
  • ~auto: Durch diese Suchanfrage werden in der englischen Version von Google nach Synonymen gesucht. Bei dem hier verwendeten Beispiel würde Google insofern Seiten mit dem Begriff „Auto“ und „car“ auflisten.

Fortgeschrittene Suchbefehle:

Neben diesen Basisbefehlten kann man mit Google auch gezielt nach Musikdateien oder Filmen recherchieren. Es ist jedoch wichtig darauf hinzuweisen, dass die dabei identifizierten Webseiten teilweise illegale Inhalte enthalten können. Im Folgenden werden diese weiterführenden Suchbefehle skizziert.

  • Der Befehl -inurl:htm -inurl:html intitle:”index of” mp3 “madonna” zeigt alle Webseiten zum Suchbegriff „Madonna“ auf, bei denen MP3-Dateien in ungeschützten Verzeichnissen liegen. Analog kann man nach anderen Interpreten suchen.
  • Einfacher gestaltet sich die Suche nach MP3 jedoch mit den diversen MP3 Suchmachinen, die in den letzten Monaten enstanden sind, wie z. B. BeemMP3, Skreemr oder Tagoo. Einen ausführlichen Bericht zu MP3-Suchmaschinen gibt es bei Heise-Online.

Fortsetzung folgt.